Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Franzosen aus Marseille. Es ging um Besitztümer und darum, sich von Dingen zu trennen. Er zum Beispiel reist durch die Welt und hat nicht wirklich Besitztümer in Frankreich. Das Einzige an dem er hängt sind seine Bücher, die er bei einem Freund im Regal untergestellt hat. Ich finde es wunderbar und bemerkenswert so wenig zu besitzen. Viele Reisende trennen sich von materiellen Gütern und besitzen in ihrem Heimatland kaum etwas.

Bei mir ist das ganz anders. Ich könnte mir niemals vorstellen meinen Besitz auf 2 Umzugskisten zu minimieren. Es warten deutlich mehr als 2 Kisten im Keller meiner Oma und auf dem Dachboden meiner Eltern auf mich. Kisten voller wunderbarer Dinge oder eher voller wunderbarer Erinnerungen. Denn mir geht es nicht um den teuren Fernseher oder meine Taschensammlung. Mir geht es um den emotionalen Wert dieser Dinge. Das Kleid, dass ich in Sydney am Donnerstag Abend zu einer Party im Greenwood getragen habe, die Tasche, die ich während meines ersten Besuches in Barcelona erstanden habe oder das Outfit, in dem ich Micha das erste Mal getroffen habe. Mit vielen meiner Kleidungsstücke verbinde ich eine besondere Geschichte oder einen besonderen Moment. Und genau von diesen kann ich mich schwer trennen. Auch wenn ich manche davon inzwischen nicht mehr trage, bringt mir die Erinnerung, wenn ich sie in meinen Schrank sehe ein Lächeln ins Gesicht.

Mira Mirror Outfit Erinnerungsstücke im Kleiderschrank

Genau zu so einem Kleidungsstück wird irgendwann dieses Kleid für mich. Ich habe es auf einem Markt in Chiang Mai erstanden und seitdem eigentlich nicht mehr ausgezogen (Das liegt aber auch daran, dass es unglaublich warm ist und das Kleid so wunderbar luftig). Die Kette ist ebenfalls ein Souvenir. Ein Erinnerungsstück an eine Bootsfahrt auf dem Inle Lake in Myanmar, wo uns den ganzen Tag die Sonne auf den Kopf gebrannt hat.

So werden viele neue Teile einen Platz in meiner Souvenirsammlung finden. Die Sammlung wird dadurch zwar größer aber für  mich irgendwie auch wertvoller. Denn ein Kleid von einem kleinen Stand in Chiang Mai, das ich an etlichen lauen Abenden in Pai getragen habe, gibt mir ein besseres Gefühl als das zehnte Kleid von H&M. Und damit will ich nicht sagen, dass H&M Kleider nicht auch tolle Souvenirs werden können.

Mira Mirror Outfit Erinnerungsstücke im Kleiderschrank

Das Gespräch mit dem Franzosen war sehr tiefgründig und hat mich zum Nachdenken angeregt. Das Schöne ist, dass wir beide komplett unterschiedliche Einstellungen zu „Besitztümern“ haben und trotzdem beide die Sicht des anderen verstanden und geschätzt haben. So wurde ich nicht dafür verurteilt, dass viele Kisten auf mich warten.

Wie ist das bei euch? Haben bei euch Kleidungsstücke auch oft einen emotionalen Wert? Oder z.B. Moebel, Taschen und Co.? Oder könnt ihr euch unglaublich leicht von Dingen treffen, auch wenn ihr sie zu einem besonderen Moment getragen habt? Ich freue mich auf eure Sichtweise. Xx Eure Mira

Mira Mirror Outfit Erinnerungsstücke im Kleiderschrank

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